Geschwistern Zitate
Nacht
Das Tal ist ertrunken in Nacht,
Die taglang Mühsal vollbracht.
Nur des Bergbachs Schwellen und Dämpfen
Mahnt an das zeitlose Ringen und Kämpfen
Der Lebensschlacht.
Ein einziger bebender Schimmer durchbricht
Das Dunkel. Ist es ein Totenlicht?
Ist es ein Grüßen der Erde hinauf
Zu den Geschwistern im Sternenlauf?
Oder ein Hoffen des Ewig-Blinden,
Oben erlösende Wahrheit zu finden?
Rings um die Seele ist Nacht,
Drin ist ein Funken entfacht,
Möchte die Finsternis siegreich zerstreuen,
Über...
Jakob Boßhart
Ohne unzärtlich gegen die Seinigen zu sein, ist man doch in seinen schönen Jahren ewas mehr sich selbst genug. Aber wenn man eine Weile in der kalten Welt hin und her gelebt hat, dann wird man erst einer so treuen Teilnahme, wie die zwischen Eltern und Kindern und Geschwistern ist, recht bedürftig.
Johann Christian Friedrich Hölderlin
Weh dem, der fern von Eltern und Geschwistern / ein einsam Leben führt! Ihm zehrt der Gram / das nächste Glück vor seinen Lippen weg, / ihm schwärmen abwärts immer die Gedanken / nach seines Vaters Hallen, wo die Sonne / zuerst den Himmel vor ihm aufschloß, wo / sich Mitgeborne spielend fest und fester / mit sanften Banden aneinander knüpften.
Johann Wolfgang von Goethe